Warum jede Nanni eine Hanni braucht

Neue Freunde

Da ich nun seit geraumer Zeit schon versuche die Dinge aus Plastik zu vermeiden, ist es für mich unumgänglich gewesen Alternativprodukte zu finden. Meine besonders guten neuen Freunde nennen sich Glas, Holz und Edelstahl. Alle drei sehr vielseitig und bis jetzt angeblich noch unbedenklich was die Gesundheit betrifft. Und obwohl ich schon so viele neue Material-Freundschaften geschlossen habe, ist meine Küche immer noch eine mittlere Katastrophe was den Plastikgehalt betrifft. Wo hab ich das ganze Zeug nur her?! Als sich dann vor einiger Zeit die Situation ergab, dass mir zwei Tage lang ein Auto zu Ruhm und Ehre verhalf, hab ich die Gelegenheit am Schopf gepackt und mich selbst zu IKEA Nord chauffiert. Vielleicht sollte ich „Chauffeurin“ als alternativen Berufsweg nochmal überdenken. Bei IKEA angekommen, hab ich mir, von der Wiener Straßenkatastrophe gestresst, erst mal ein schönes Frühstück und drei oder vier Tassen Kaffee gegönnt. Gestärkt, leicht überdreht und mit ersten Anzeichen von koffeinbedigtem Herzrasen begebe ich mich dann also in die ikeanische Unterwelt. Hausfrauenparadies. Oje. Eigentlich wollte ich mir gar kein Wagerl nehmen, ich wusste ja schon ganz genau was ich wollte: eine Glas- und eine Edelstahlschüssel und vielleicht ein paar Servietten. Kann man ja auch tragen. So hat sich das IKEA Marketing Team die Situation aber nicht vorgestellt und weil die eben eine gute Ausbildung und starke Willenskraft besitzen, verlasse ich das Möbelhaus erst zwei Stunden später und bin froh, dass ich ein Transportauto habe. Mist. Wenigstens ist unser Kerzenvorrat wieder aufgefüllt.

Auszeichnung

Obwohl ich vielleicht die ganzen Kerzen und Bilderrahmen nicht unbedingt gebraucht hätte, habe ich doch auch einige nützliche Dinge gefunden. Meine Schüsseln, Vorratsgläser, Vorratsdosen, Küchen-Schnickschnack und eine LED-Lampe. Eigentlich sehr erfolgreich. Was mich bei IKEA aber ganz positiv überrascht hat, ist die Kennzeichnung der Produkte. Tatsächlich steht auf jedem der lustigen Zettelchen, die überall dran hängen, aus welchem Material das Produkt ist und was für Lackierung, Bemalung oder Überzug dann noch drauf ist. Fantastisch! Wie oft bin ich denn nicht schon in einem Supermarkt oder sonstigen Laden gestanden und habe verzweifelt nach einer Kennzeichnung gesucht? Neben mir meistens ältere Damen, die herausfinden wollen ob sie jetzt eh die Vollfett-Butter in der Hand haben und nicht dieses „neumodische fettreduzierte Klumpert“. Die ältere Frau hat es in ihrer Situation eigentlich relativ leicht und zwar nicht nur deswegen weil ich ihr sage, dass sie leider die Ausgeburt des Teufels mit 0,1% Fett in der Hand hält, sondern auch weil alles was sie über ihr Produkt wissen oder besser nicht wissen möchte auch auf der Verpackung steht. In meinem Fall ist das allerdings ein bisschen komplizierter denn es gibt keine richtige Verordnung für die Kennzeichnung von Verpackungen oder generell Produkte, die nicht essbar sind. Häufig wäre es schon hilfreich zu wissen WELCHES Plastik benutzt wurde um meinen Apfelsaft in Form zu bringen. Wer zum Beispiel das PET Zeichen auf seiner Flasche findet, sollte lieber die Finger davon lassen denn die ist dann mit sehr hoher Wahrscheinlichkeit mit Weichmachern versetzt. Die Codes 2, 4 und 5 sind angeblich unbedenklich was Bisphenol A betrifft. Wer sich das jetzt aufgrund meiner miserablen Erklärung besser selbst nochmal anschauen möchte, wird auf die Quelle verwiesen.

Land in Sicht

Projektbedingt halte ich mich schon seit geraumer Zeit auf einschlägigen Seiten im Internet auf. Könnte man jetzt falsch verstehen aber ich meine damit Seiten von Menschen, die in irgendeiner Weise meine komischen Ansichten teilen oder mir irgendwie helfen können das Projekt ein bisschen voranzutreiben. So bin ich dann auf der Suche nach einer ohne-PET-Flasche erst einmal auf die gute alte Sigg gestoßen. Die ist aber aus Aluminium und das ist angeblich sehr böse und verursacht Alzheimer und andere furchtbare Dinge. Weil Aluminium zusätzlich noch sehr reaktionsfreudig ist, könnten sich Schadstoffe schon durch leicht saures Wasser oder andere Substanzen lösen und somit an den Menschen abgegeben werden. Damit das nicht passiert hat der schweizer Flaschenhersteller die Wonderbottle mit einer Plastikfolie beschichtet (die kann man übrigens auch im Tetrapack, Coffee-to-go-Bechern etc. finden), die wiederum jede Menge BPA enthält. Die neuen Sigg Bottles enthalten angeblich kein BPA mehr aber bewiesen werden kann das nicht. Außerdem frage ich mich was passiert wenn so eine Folienbeschichtung durch Dellen, Geschirrspüler etc. kaputt geht? Die Sigg steht jetzt also im Regal und wird maximal noch zum Gin-Tonic mixen verwendet. Nach weiteren Recherchen bin ich dann auf meinen neuen besten Freund „Edelstahl“ gestoßen. Edelstahl ist, wie ich selbst auch, sehr träge. Reaktionsträge um genau zu sein. Deshalb eignet es sich besonders gut um Lebensmittel darin aufzubewahren. Weil Edelstahl und ich also schon die Trägheit als wichtigste gemeinsame Eigenschaft haben, bin ich mir sicher, dass uns eine lange Freundschaft verbinden wird. Gefunden hab ich so eine Flasche bei Kivanta und weil ich so ein fürsorglicher Mensch bin, hab ich mir auch gleich eine besorgt und sie für euch getestet. Vielleicht wollte ich auch einfach unbedingt eine haben, aber das weiß jetzt niemand mehr so genau… Jedenfalls bin ich seit Freitag im Besitz des guten Stücks und wir beide (Kivanta und ich) sind wie Hanni und Nanni. Hanni ist leicht, schön, praktisch und gesund. Mein Wasserkonsum nähert sich dem eines Kamels und ich fühle mich nicht mehr so wohl wenn ich meine Flasche nicht in Griffweite habe. Ein neues Leben. Zusätzlich haben die bei Kivanta auch noch praktische Dosen, wo man sowohl Flüssigkeiten als auch alle anderen Lebensmittel einfüllen kann. Am Samstag habe ich darin meine frisch gepflückten Maulbeeren verstaut und am Markt haben sich die Kirschen über Gesellschaft gefreut. Unser gemeinsamer Nachmittag am See war fast ein bisschen kitschig. Weil ich so unglaublich hingerissen bin von meinen zwei neuen Freunden, werde ich eine Sammelbestellung starten und die komplette Familie mit den Produkten ausstatten. Die Kinder bekommen Edelstahl-Brotdosen für die Schule, Mami und Papi eine Flasche und der Freund einen Bisphenol A freien Verschluss für seine Hanni. Wer mich auf meinem Siegeszug begleiten möchte und sein trauriges Dasein auch durch eine Hanni aufheitern möchte, meldet sich einfach. Ich freu mich! Bis dahin: Enchanté.

Meine neue Kivanta aka Hanni

Meine neue Kivanta aka Hanni

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Veröffentlicht in Junikäfer, Mein Leben in der Plastikwelt
8 comments on “Warum jede Nanni eine Hanni braucht
  1. irina sagt:

    Wieder mal ein genialer Artikel. Wow das mit den Sigg Flaschen wusste ich nicht, das ärgert mir eigentlich denn hab sie mir extra deswegen gekauft weil ich eben NICHT mehr aus Plastik trinken will. Könntest du mir bei deiner nächsten Massen Family-Bestellung eine mitbestellen und wir teilen uns die Versandkosten? Oder gleich 2 am besten:)
    Schade nur dass du bei deinem IKEA Kauf auf dessen Kerzen zurück gegriffen hast. Kannst dich sicher noch an den großen Palmöl Skandal erinnern (http://greenpeace-magazin.de/index.php?id=5020&tx_ttnews%5Btt_news%5D=73067&tx_ttnews%5BbackPid%5D=23&cHash=1032051b50; https://www.regenwald.org/aktion/643/an-ikea-retten-sie-den-lebensraum-von-130-orang-utans-stoppen-sie-palmoel-kerzen) und ich denke nicht, dass sie wirklich viel geendert haben. Aber hab schon gesehen dass es einige Anbieter im Internet gibt die Bio-Kerzen aus Wachs oder Stearin verkaufen. Bussi

    • Doraine sagt:

      Freut mich, dass es dir gefällt! Die Sache mit den Sigg Flaschen ist noch nicht wirklich geklärt. Sie sagen jetzt, dass in der Folie keine Bisphenole mehr drin sind aber sie sagen nicht, dass die Flasche insgesamt 100% Bisphenol frei ist. Ich werde der Sache aber nochmal nachgehen. Trotzdem bleibt immer noch die Tatsache, dass die Flasche ansonsten aus Aluminium ist.
      Das mit den Kerzen ist wirklich spannend! Nächstes mal werde ich sicherlich auf einen anderen Anbieter zurückgreifen… Außerdem ist es mir sowieso immer wieder ein Rätsel warum ich dieses Zeug kaufe, sowas unfassbar nutzloses 😀
      Die Flaschen bestelle ich dir gerne mit!

  2. verflixt sagt:

    das flaschenproblem hab ich mit den bierflaschen (glas) mit bügelverschluss (porzellan, gummi) gelöst : )

  3. Tanja sagt:

    ja die kivanta flaschen sind preislich leistbar! vorallem wenn man kinder hat und die dann doch möglicherweise bis ganz bestimmt mal verlorengehen. Klean Kanteen gibts auch noch, aber für meine Begriffe viel zu teuer! Hab nach vielem Suchen noch einen Erzeuger gefunden, der seine Edelstahlflaschen aus 18/8 lebensmittelechter Edelstahl, 100% frei von Toxinen, BPA, Phthalaten und PVC produziert. Gibt auch als Thermoskanne.
    Und zum Beispiel hier bei diesem Shop erhältlich:

    http://www.goodquestion.de/shop/Mizu-Bottles:::29.html

  4. Adelar sagt:

    Genialer Artikel und super Blog! Aber auf der Flasche ist ja ein Plastikverschluss, oder?

    • Doraine sagt:

      Ja richtig, der ist aber BPA frei. Hab mir auch schon einen aus Edelstahl mit Bambus-Einsatz gekauft, der sieht noch ein bisschen hübscher aus! Schön, dass dir mein Blog gefällt!

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