Frühlingsgefühle

Mit Schrecken bin ich in letzter Zeit einige Male darauf hingewiesen worden, dass mein Blog momentan etwas verschlafen wirkt. Und man kann es niemandem verübeln, seit Wochen kein neuer Beitrag, gähnende Leere. Und das, obwohl ich mein Leben ja immer noch so plastikfrei lebe wie vorher. Nur fällt mir das schon seit geraumer Zeit nicht mehr wirklich auf, denn es ist für uns Alltag geworden. Für mich ist es normal nicht mehr in den Supermarkt zu gehen. Es ist auch normal, in der Küche keinen Platz für die unmengen an Marmeladen-, Gurkerl- und Honiggläser zu finden. Das Papiersackerlfach (Wort des Jahres 2014?) im Kasten explodiert und man traut sich schon fast keines mehr herauszunehmen, weil man sonst eventuell unter einem Sackerlberg begraben würde. Shampoo und Geschirrspülmittel selber machen, große Einkaufsketten boykottieren. Vegetarier sein und Avocadobäumchen züchten. Die Plastikfreiheit hat ihre Pracht hier am Augarten voll und ganz entfaltet.

Apropos Augarten, in Wien ist die Bärlauchsaison schon fast wieder vorbei. Letzte Woche habe ich schon die ersten Knospen entdeckt. Also auf, auf! Pesto einkochen, Blätter trocknen, Öl ansetzen! Das bärlauchfreie Jahr ist dann nämlich wieder lange und man wünscht sich spätestens im Juni die grünen Knoblauchfinger zurück. Bärlauch kaufen ist übrigens ziemlich aus der Mode, wo er doch sogar hier in Wien aus allen Löchern sprießt. Außerdem bin ich stark gegen die Plastikverpackung die man immer gleich ungefragt dazugeschenkt bekommt. Und wer so einen schon zu Hause liegen hat, der nimmt sich jetzt mal am äußersten Spitzerl seiner Nase und führt selbige in den nächsten Garten um sie dort dem Duft der grünen Blätter auszusetzen. Im Gegenzug werde ich künftig wieder ein bisschen öfter spannende Einträge veröffentlich und Stoff für Diskussionen liefern. Und als Zuckerl gibts noch ein Pesto Rezept von mir höchstpersönlich oben drauf. Fabelhaft!

Bärlauchpesto

  • Jede Menge Bärlauch, so viel eben, dass der Standmixer richtig voll ist
  • eine halbe Flasche Olivenöl oder ein bisschen weniger
  • 2 Zehen Knoblauch
  • 200g Käse, hart muss er sein (ich nehme gern Bergkäse)
  • Salz
  • Pfeffer
  • Nüsse, wenn man die Möglichkeit hat sie ohne Erdöl zu bekommen, am besten Pinienkerne

Bärlauch sammeln, am besten mit Freunden, sich dabei entspannen. Zu Hause den Bärlauch waschen und trockenschütteln. Alle Zutaten in den Mixer stopfen, das Öl dabei immer wieder zwischendurch reingießen, da tut sich dann der Mixer leichter. Wenn das ganze zu einer sämigen Masse geworden ist (dazu muss man vielleicht immer wieder ein bisschen mit dem Kochlöffel im Mixer herumstochern), in saubere Gläser füllen. Pesto erst nach 2-3 Tagen verspeisen, davor ist es zu intensiv. Macht sich gut zu Nudeln, am Butterbrot oder als Dip.

Ansonsten passt Bärlauch auch gut in die Suppe, in Knödel, ins Salz, in Öl, und verrückterweise auch in den Schnaps. Ich freue mich über weitere Bärlauch-Einsatz-Ideen.

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Veröffentlicht in Mein Leben danach
6 comments on “Frühlingsgefühle
  1. Ich habe heute Bärlauch geschenkt bekommen, im Garten ist er noch nicht so weit, da kommt er erst langsam heraus.

    Man kann übrigens auch nur Bärlauch mit Öl und Salz pürieren, das ist dann vielfältiger einzusetzen. So habe ich es im letzten Jahr gemacht.

    Pesto für Nudeln kann man immer noch machen.

    lg
    Maria

    • Doraine sagt:

      Hallo Maria!
      Das ist eine ganz ausgezeichnete Idee, vor allem weil man sich dann den teuren Käse und die Nüsse spart falls man doch kein Pesto brauchen sollte. Wie viel Öl gibst du denn da zu? So, dass es sehr flüssig wird?
      Lg, Doris

      • Hallo Doris!

        120 g Bärlauch, 15 g Salz, 100 ml Öl (gutes Pflanzenöl)

        Ich habe Olivenöl verwendet.

        Durch das Öl und das Salz konserviert es bis zu einem Jahr.

        Man kann die Gewürzpaste für alles verwenden, wo ich einen leichten Knoblauchgeschmack drin haben will sowie natürlich alle Gerichte, in die normalerweise Bärlauch kommen würde wie z.B. Bärlauchrisotto, Bärlauchkartoffelauflauf, Bärlauchspätzle etc.

        lg
        Maria

  2. Inga sagt:

    Oh, schön, ENDLICH wieder von dir zu hören bzw. zu lesen!
    Ich fühle mich sonst doch immer recht einsam an meiner Möglichst-ohne-Plastik-Front…
    So eine Bärlauch-Würzpaste wie Maria habe ich auch im Sinn, aber ich habe noch keinen Bärlauch gefunden! ich werde weiter suchen. Und hier im Bergischen brauchen wir ohnehin immer etwas mehr Geduld…
    Bärlauch-Salz ist, glaube ich, auch ganz schön.
    Viele Grüße!
    Inga.

  3. Sibylle sagt:

    Hallo, freut mich auch sehr wieder von dir zu lesen 🙂
    Geht es dir auch so, es ist total befreiend nicht mehr Sklave der Werbeindustrie mit ihren 100.000 verschiedenen Joghurts, Käseverpackungen und z.B. Brot und Semmeln zu sein. Ich kaufe mittlerweile immer das selbe weil es eben plastikfrei bei uns nur maximal 2 verschiedene Milchprodukte gibt und habe seitdem keinen Stress mehr vor dem Kühlregal. Ich schaue nicht auf den Preis weil es auch dafür keine Alternative gibt und habe trotzdem nicht weniger Geld weil ich keine Großpackungs-Aktionen oder sonstigen Unfug nehme, weil es eben so ist und das ist gut so.
    Bärlauch lasse ich meine Mama pflücken, ihr vertraue ich mehr als meiner Pflanzenkenntnis 🙂
    Lg Sibylle

    • Doraine sagt:

      Sibylle, du sprichst mir aus der Seele!
      Einkaufen geht plötzlich so schnell und unkompliziert. Keine Entscheidungen mehr beim Nudelkauf und endlich kann ich mir das blöde Wurst- und Käseregal sparen. Generell bin ich nur noch selten im Supermarkt anzutreffen. Dafür kenn ich jetzt den israelischen Gemüsehändler ums Eck und weiß, dass seine Frau des öfteren Sodbrennen hat. Das Leben ist so bereichernd 🙂
      Außer man sucht was bestimmtes, da kann man schon mal mehrere Stunden im Internet Foren und Blogs durchforsten. Aber das mach ich ja gerne, besonders wenns wieder so kalt ist wie in den letzten zwei Tagen… brrrr…
      Na dann lass dir das Pesto gut schmecken!
      Lg, Doris

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