Ich – Und das Projekt

Wie schon der Titel dieser Seite sagt: Es geht hier um „ich“. Also mich eigentlich. Und damit die zwei oder drei Leser dieser Seite, die mich noch nicht kennen, auch eine Vorstellung davon haben was denn dieses ominöse „ich“ ist, werde ich mich dann kurz vorstellen. Aber eben nur so, wie ich mich selber kenne. Und weil es eben der Sinn der Sache ist, auch ein bisschen das Projekt.

23 – und noch keinen Tag gescheiter

So oder so ähnlich würde mich meine Mama beschreiben. Da ich aber schon seit geraumer Zeit nicht mehr zu Hause sondern in Wien lebe, gehe ich davon aus, dass diese Aussage wahrscheinlich nur noch manchmal richtig ist. Würde wohl jeder tun. Nachdem ich also in meinem fast abgeschlossenen Wirtschaftsstudium die  soziale Komponente  vermisst habe, beschloss ich, mich selbst ein bisschen zu bilden. Schließlich will man ja doch irgendwann mal gescheiter werden.

Zum Glück gibt es neben der Zeitung, dem Internet und dem Fernsehen auch noch das Kino, das mir vor drei Jahren erste Einblicke ins Plastik-Zeitalter ermöglichte. Werner Bootes Film „Plastic Planet“ war meine Einstiegsdroge. Seither beschäftige ich mich viel mit Umweltthemen und Nachhaltigkeit. Das geht sogar so weit, dass ich nun am 1. Oktober mein Masterstudium an der BoKu beginnen werde (Natural Resources Management and Ecological Engineering). Wenn ich mich nun daran erinnere, dass meine Mama der Auslöser für dieses ganze Tohuwabohu in meinem Leben war, komme ich mir also gleich vieeeel gescheiter vor!

140 Tage – Zeit für eine Umstellung

140 Tage bis das eben genannte Studium beginnt. So lange gebe ich mir Zeit mein Leben zu einem großen Teil plastikfrei zu machen. Wie sicherlich schon der eine oder andere bemerkt hat, ist ein Leben ohne Plastik gar nicht so einfach. Ich bin ja auch nicht die erste mit dieser glorreichen Idee. Dokus dazu gibt es im Internet zur Genüge. Trotzdem möchte ich dieses Experiment wagen und vor allem möchte ich anderen davon berichten. Mit der Hoffnung, dass auch andere Menschen meine Erlebnisse als lustig, interessant oder kurios empfinden, werde ich hier meine Erfahrungen teilen und dabei hoffen, dass auch viel von euch Lesern den jährlichen Plastikverbrauch auf ein Minimum reduzieren. So haben wir die Chance dem Plastik-Zeitalter entfliehen zu können, hinein in eine neue aufregende Zeit. Vielleicht die der Nachhaltigkeit. Oder der Flamingos und Schleckermäuler. Wie auch immer.

Was ist jetzt eigentlich mit dem Sinn?

Vielleicht ist es manchen, die sich mit dem Thema nicht so intensiv beschäftigen wie ich, nicht sonderlich einleuchtend warum jemand plötzlich versucht sich das Leben schwer zu machen. Des Rätsels Lösung findet sich im Bereich „Informationen über Plastik“. Da findet man sicherlich bald viele schöne Links und lustige Videos zum Thema Plastik denen zufolge das ganze eigentlich nicht so unbedenklich ist, wie es uns die Erfinder der Plastikboxen, die man so schön im Kühlschrank stapeln kann und sogar in die Mikrowelle stellen darf, immer erklären wollen. So habe ich mich also entschieden die Produkte und Lebensmittel aus Plastik Schritt für Schritt aus meinem Leben zu verbannen. Und weil ich dabei auch an meine Mama denke, möchte ich das Projekt auch sinnvoll gestalten. Deshalb werde ich nicht sofort meinen Computer in den Mistkübel werfen (maximal bringe ich ihn zur Caritas, aber auch das ist zu bezweifeln) und auch nicht anfangen die 50 T-Shirts in meinem Kasten, die zum größten Teil aus Plastik bestehen, wegzuwerfen. Ich möchte ja nicht noch mehr Plastikmüll produzieren als ich es ohne das Projekt gemacht hätte. Aber notwendige Neuanschaffungen und leichte Alltagsänderungen stehen erst einmal ganz oben auf der Tagesordnung. Man rüge mich für Nachlässigkeit und lobe mich für Innovativität. Es sei mir beides ein innerliches Blumenpflücken!

Bis dahin: Enchanté!